Jagdliche Welpenprägung - ein kleiner Leitfaden

 

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Hier ein kleiner Leitfaden für die zukünftigen Welpenbesitzer.

Selbstverständlich ersetzt dieser keine gründliche Ausbildung oder keinen Ausbildungslehrgang, aber er ist dazu gedacht Sie und Ihren Hund effektiver ans Ziel zu bringen.

Grundsätzlich gilt: Alles was der Welpe früh, möglichst bis zur 16.Lebenswoche kennen lernt, macht ihm keine Angst und bleibt ein Leben lang vertraut.

U.a. bei der jagdlichen Welpenprägung haben wir umfangreich vorgearbeitet, trotzdem nochmal die wichtigsten Stichpunkte der Wildgewöhnung:

  • Wildkontakte in der richtigen Reihenfolge anbieten: Erst die weniger beliebten, z.B. Krähe, Marder, Fuchs, Sau dann Kaninchen, Hase, Ente
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  • Man kann nicht nicht konditionieren, d.h. schaffen Sie immer ein angenehmes Lernumfeld, wenn Sie selber unter Stress und Zeitdruck stehen, überträgt sich das schnell auf Ihren Welpen
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  • Gleichen Sie Ihre Vorgehensweise dem individuellen Charakter Ihres Hundes an, nicht jeder Welpe ist ein Draufgänger. Schüchterne Welpen kann man ermutigend unterstützen, (Flankenstreicheln, "anfeuern"), wenn sie selber das Wild mit "spitzen Fingern" berühren, müssen Sie sich nicht wundern, dass der Welpe eine Krähe auch eher eklig findet (Nachahmen gibt es auch zwischen Mensch/Tier)
  • Kleine Draufgänger ruhig mal etwas einbremsen.
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  • Schussfestigkeit üben, kleines Kaliber, weite Entfernung, Zweitperson spielt während der Schussabgabe ausgelassen ein Beutespiel mit dem Hund. Mit synthetischen Duftstoffen benetzte Tennisbälle, gibts auch mit Fellüberzug, sind hier tolle Hilfsmittel. Nicht schießen während der Welpe brav sitzt, liegt, wie man es in vielen Lehrgängen lehrt. Das verschreckt den Welpen häufig und führt nicht selten zu schussempfindlichen Hunden. Nicht zuviel des Guten machen.
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  • Die Kleinen kennen Planscherei im Wasserbecken, aber sie kennen nicht das richtige Schwimmen. Dies ist unbedingt noch diesen Sommer zu lehren. Flachwasserzonen sind besonders geeignet, wo der Besitzer mitwaten kann. Entenschwinge an der Reizangel ist ein gutes Hilfsmittel, um Welpen für das Wasser zu begeistern.
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Thema Stubenreinheit, auch hier kennen die Welpen schon Löseplätze, aber in der neuen Umgebung ist größte Aufmerksamkeit gefragt: nach jedem Fressen, Trinken, Schlafen, Spielen, und zwischendurch (also quasi immer), kann ein Welpe "müssen". Wenn er plötzlich suchend umherläuft oder anfängt zu "spinnen", sofort den Welpen hochnehmen und raustragen. Wir nutzen feste Löseplätze im Garten (möglichst welche, die man auch nachts um 3 im Blindflug erreicht) und benutzen Löseworte, während die Welpen das Geschäft verrichten. Hier ist der Phantasie keine Grenze gesetzt.

Es gibt gutes und sinnvolles Zubehör, das die Ausbildung für Mensch und Hund erleichtert. Dazu gehört für mich u.a. der Clicker, hochwertige Belohnung und (themenabhängig) verschiedene Apportiergegenstände. Ich bin kein Mensch, der an bestimmten Methoden festhält, jeder Hund ist anders, was beim einen Hund den Durchbruch bringt, floppt beim nächsten.

Ein scharfes Auge, gute Beobachtungsfähigkeit, Selbstkritik, Konsequenz (nicht immer nur beim Hund, sondern vor allem gegen und bei sich selber) und nicht zuletzt Humor, sind die wichtigsten Zutaten.

Für die Umsetzung und Ausführung aller hier genannten Tipps kann ich weder weder Garantie noch Haftung übernehmen.

 

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